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Wilhelmshaven - die große Fotoreportage über die grüne und eigensinnige Stadt.

  • 28. Mai
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Die grüne Stadt am Jadebusen.

Als die Preußen Wilhelmshaven als Marinekriegshafen auf der grünen Wiese 1857 gründeten, mussten viele leitende Beamte und Offiziere aus dem boomenden und begehrten Berlin abgeworben werden. So  wurden viele repräsentative Gebäude und attraktive Plätze angelegt - und letztlich sollte es König Wilhelm als „seine Marinestadt“ auch gefallen.


Das Zwölfmännerhaus - gebaut um Berliner Offiziere und ihre Familien anzulocken..
Das Zwölfmännerhaus - gebaut um Berliner Offiziere und ihre Familien anzulocken..

Leider haben die Bombenteppiche der Alliierten, bis auf die vielen Luftschutzbunker, wenig davon übrig gelassen. Das heutige Stadtbild ist, wie so oft in Deutschland, von Nachkriegsarchitektur gezeichnet, die oft von wenig Geld bei gleichzeitig großen Wachstumsfantasien die zertrümmerte Stadt prägten.


Einige Verwaltungsgebäude im preußischen Stil wurden wieder aufgebaut und ebenso eine der schönsten und beeindruckendsten Brücken Deutschlands, die Kaiser-Wilhelm-Brücke. Sie glänzt als optisches und technisches Meisterwerk und verbindet die verbliebenen historischen Jugendstilgebäuden der authentischen Südstadt mit dem Südstrand am Jadebusen samt dem beeindruckendem Museumshafen der Marine.


Auf dem freien Platz stand bis zu seiner Zerstörung durch Weltkriegsbomben das ursprüngliche Rathaus.
Auf dem freien Platz stand bis zu seiner Zerstörung durch Weltkriegsbomben das ursprüngliche Rathaus.
Auch Wilhelmshaven baute Bunker gegen die Bomben der Alliierten. Nur diese blieben stehen.
Auch Wilhelmshaven baute Bunker gegen die Bomben der Alliierten. Nur diese blieben stehen.

Moschee mit modernem E-Scooter und separatem Herren-Eingang.
Moschee mit modernem E-Scooter und separatem Herren-Eingang.


Die in der Nachkriegszeit entwickelte, eher lieblos funktionale Architektur mit großer Einfallstraße wurde in diesem Stil bis in die Neuzeit fortgeführt und mit dem beeindruckend vielfältigen Einkaufszentrum Nordseepassage fortgeführt. Wie durch ein kleines Wunder haben in der Sommerzeit viele kleine Restaurants, Cafés und Läden der Fußgängerzone geöffnet und lassen mit ihrem lebenslustigen Publikum das ästhetisch karge Umfeld gerne vergessen.


Die Nordseepasse: Innen quicklebendig - außen betonierte Wüste.



Eine der schönsten Brücken - die Kaiser-Wilhelm-Brücke.

Über die historische Kaiser-Wilhelm-Brücke schlendernd, bietet sich der Blick aufs das weitläufige Deutsche Marinemuseum, das durch die neuere Entwicklung kriegerischer Auseinandersetzungen in Europa unerwartet seinen positiv angepassten Stellenwert in der Gesellschaft bekommt. 


Das Deutsche Marine Museum.
Das Deutsche Marine Museum.

Die Südstadt

Die langgezogene Südstadt ist bei der K-W-Brücke mit dem Südkiez sicherlich der kulinarische Hotspot der Stadt, auch wenn das französische Restaurant leider zum Theater abgewandert ist. Beim Weinhändler kann vom mediterranen Restaurant nebenan dazu bestellt werden und auch sonst finden Kulinariker im Südkiez ihr Zuhause. Übrigens hat Wilhelmshaven einige Weinhändler!!!


Wilhelmshaven hat viele Kioske, die auch kleine Speisen anbieten.  Hier gibts leckere Brötchen und hervorragenden Siebträgerespresso auf kleinsem Raum. Der Matjes kommt selbstverständlich aus Emden.
Wilhelmshaven hat viele Kioske, die auch kleine Speisen anbieten. Hier gibts leckere Brötchen und hervorragenden Siebträgerespresso auf kleinsem Raum. Der Matjes kommt selbstverständlich aus Emden.
Hier sieht es auch ganz normal aus.
Hier sieht es auch ganz normal aus.
An Heilig Abend unterwegs: Ich war mit den Ampeln und Lichtern alleine und das Flackern der Ampelschaltung war das lauteste Geräusch in dieser Straße.
An Heilig Abend unterwegs: Ich war mit den Ampeln und Lichtern alleine und das Flackern der Ampelschaltung war das lauteste Geräusch in dieser Straße.
Kunst in der Südstadt.
Kunst in der Südstadt.


Großer Hafen und Südstrand

Vom Deutschen Marine Museum kommend, liegt zur einen Seite der Große Hafen und zur anderen der Jadebusen.



Der Südstrand

Hier hat Wilhelmshaven seine vielen Architektursünden angefangen wiedere gut zu machen.


Dazu hat die Stadt mit dem Südstrand eine sehr geschmackvolle und  moderne Interpretation eines Strandboulevards geschaffen mit dem gelungenen Ergebnis, bei den Besuchern der Zeile ausgesprochenes Wohlgefühl zu erzeugen. Sicherlich ist dies, neben dem Rüstringer Rathaus, das zweite Kleinod Wilhelmshavens.


Die militärische Ordnung der anwesenden Marine scheint sich allgemein zu übertragen.


Bant und Banter See

Auf dem Deich oder am Hafen entlang gehend, kommen die Besucher zum Banter See als weitläufiges Freizeitgebiet direkt hinter dem Deich. Am Deich selbst lebt in den Sommermonaten immer das historische Banter Fischerdorf auf, das im nassen und stürmischen Winterhalbjahr komplett verschwindet.

Historisches Flair und lebendige Kultur: Das Kulturzentrum Pumpwerk in Wilhelmshaven bietet spannende Veranstaltungen in einem charmanten Ambiente.
Historisches Flair und lebendige Kultur: Das Kulturzentrum Pumpwerk in Wilhelmshaven bietet spannende Veranstaltungen in einem charmanten Ambiente.
Einer der vielen, massiven Weltkriegsbunker Wilhelmshaven als Zeugen des letzten Weltkriegs in Deutschland.
Einer der vielen, massiven Weltkriegsbunker Wilhelmshaven als Zeugen des letzten Weltkriegs in Deutschland.

Das Banter Fischerdorf.


Mein fotografischer Streifzug duch den früheren Arbeiterstadtteil Bant - er ist nicht der schönste, aber sicherlich der ehrlichste und vielfältigste. Vom großen Hafen aus erreichbar, findet am Jadekanal alles seinen Platz, was nützlich ist, woanders nicht als schick gilt und insofern gibt es im großen Umfeld viel zu erkunden. Ein Stadtteil als ehrliches Museum städtischer Entwicklung seit über 150 Jahren.


Dazwischen die künstlerische Einladung eines Psychotherapeuten in eine freundliche Zukunft. Verlockender gehts nicht!
Dazwischen die künstlerische Einladung eines Psychotherapeuten in eine freundliche Zukunft. Verlockender gehts nicht!

Die alten Banter Werfthäuser



Der Innere Hafen und Umzu.



Das legendäre Rüstringer Rathaus.

Freunde der Ästhetik und Architektur sollten unbedingt ihren Fuß ins Rüstringer Rathaus setzen. Da das ursprüngliche, am großen Hafen gelegene Rathaus wurde 1944 komplett zerstört und so besannen sich die Verantwortlichen des beeindruckenden, im Stil des Backsteinespressionismus gebaute Rathaus der ehemals selbstständigen Nachbarstadt Rüstringen.


Vom international bekannten Baumeister und Architekten Fritz Höger gebaut, der schon in Hamburg das Chilehaus plante und dessen berühmte Bremer Böttcherstraße Touristen aus aller Welt in dicht gedrängten Scharen anlockt. Hier meine Fotografie und Gedanken dazu: https://www.thomasdamson.com/post/bremensboettcherstrasse




Es lohnt sich das imposante Rathauses Fritz Högers komplett zu umrunden. Wer es dann vorne, durch den beeindruckenden Haupteingang ins Innere schafft, wird durch das erhabene und gleichzeitig schlicht schillernde Treppenhaus im expressionistischen Stil des Art Déco mit seiner beeindruckenden türkisfarbenen Fliesen belohnt. An den Wänden der weitläufigen Flure zeigen alte Fotografien die behaglich wohlhabende und repräsentative Inneneinrichtung der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg. 


Der Besitzer der weißen E-Schwalbe kam mit schickem Sommeranzug, rotbraunen Lederschuhen und hellem Hut lautlos und lächelnd zum Rathaus gefahren. So geht Stil!
Der Besitzer der weißen E-Schwalbe kam mit schickem Sommeranzug, rotbraunen Lederschuhen und hellem Hut lautlos und lächelnd zum Rathaus gefahren. So geht Stil!

Sicherlich finden Sie dann auch von außen den kleinen Eingang zum historischen Lift auf die Aussichtsplattform - die meisten kommen nur deshalb hierher. Hier sehen Sie von oben, wie überraschend Grün und voller Baumbestand die Stadt ist. Der Turm war als Wasserturm geplant.


Der selbstbewusste Stadtteil Rüstringen.


Der ehemalige Rüstringer Hafen.

Wenn Sie dann schon in der Gegend sind: Das Rüstringer Siel lebte vor über 500 Jahren als Rüstringer Hafen vom Handel, dem Krieg und der Schifffahrt. Er wird heute als Anleger für private Schiffe und Jachten benützt. Ein großes Restaurant lebt immer noch am gemütlichen alten Hafen und ihm gegenüber ist historische Deichbebauung, die immer noch bewohnt wird. 


Der Hepenser Groden mit dem Ölhafen geniest eher einen stillen Kultstatus für Besucher, die den Trubel gerne vermeiden und gerne am Horizont vorbeifahrende große Schiffe sehen möchten.


Wilhelmshaven lässt sich sehr gut zu Fuß oder mit dem Rad erkunden, denn es hat eine ausgeprägte Kultur an Parks wie den Rüstringer Stadtpark und viele Grünstreifen mit einer eher seltenen Wachstumspflege alter Bäume, die mich sehr fasziniert haben. 


Der beliebte Rüstringer Stadtpark, der Anfang des letzten Jahrhunderts geplant wurde und im Gebiet Niedersachsens liegt. 

Auch sonst viel alter Baumbestand.

Mein Lieblingsbaum. Wie lange er noch stehen kann? Schön, das er hier sein darf!
Mein Lieblingsbaum. Wie lange er noch stehen kann? Schön, das er hier sein darf!

Wilhelmshaven hat viele und oft befahrene Radwege, die sich ins Stadtbild einfügen, als ob sie schon immer da gewesen wären und wahrscheinlich ist das auch so. Hier ist das Radfahren so selbstverständlich wie in Holland – nur weniger hektisch.


Ich komme immer sehr gerne nach Wilhelmshaven und freue mich auf die vielen Plätze, Nischen und Horizonte, die ich für mich entdeckt habe.


Thomas Damson

Sommer 2026

 

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